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Gert Fischer
(Kurator) Reinhard
Hanke: Zeichen-Haft Stadtmuseum
Siegburg/Kulturforum Rheine im Kloster
Bentlage/Emschertalmuseum Herne, Städt. Galerie im Schlosspark
Strünkede/Siegerlandmuseum Siegen/Städt. Galerie
Regensburg/Galerie M Berlin/Artecentro Lattuada Studio
Milano
Von Pitt Herrmann
Arbeiten auf
Acrylglas, Holz und Papier von Reinhard Hanke zeigt die
Städt. Galerie im Schlosspark Strünkede unter dem Titel
„Zeichen-Haft“ noch bis zum 10. April. SN-Foto:
Heinz
Reinhard Hanke, 1951 in Bad Oeynhausen
geboren, ist ein Künstler, der Verbindungslinien zwischen
Technik und Ästhetik sucht – und diese auch findet. Das
unterstreicht die Ausstellung „Zeichen-Haft“, die noch bis zum
10. April in der Städt. Galerie im Schlosspark Strünkede
gezeigt wird (Di-Fr und So 10-13, 14-17, Sa nur 14-17 Uhr,
Eintritt frei).
Von vom Siegburger Museumsdirektor Gert
Fischer kuratierte Ausstellung konzentriert sich auf Werke des
Künstlers, der an der Braunschweiger Kunsthochschule sowie an
der Technischen Universität studierte, die seit 1999
entstanden sind.
Die zumeist hellen Papierarbeiten haben
überwiegend die Maße von 50 mal 70 und 70 mal 100 Zentimetern.
Reinhard Hanke setzt in den letzten Jahren verstärkt den
Computer ein, um seine Drucke zu produzieren. Diese werden von
ihm nachträglich mit Tempera, Kohle, Graphit oder anderen Mal-
und Zeichnungsmitteln überarbeitet. Träger seiner
Bildinformation sind Raster und Zahlen. Diese eher rationalen
Ausgangsbedingungen seiner Werke werden durch das weitere
emotionale Überarbeiten künstlerisch geformt.
Der Direktor des Emschertalmuseums Herne, Dr.
Alexander von Knorre: „Unsere Gesellschaft ist durch Raster
und Zahlen, geprägt. Diese werden von Reinhard Hanke als eine
Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit künstlerisch
bearbeitet. Dieser Realismus unseres Zahlensystems, das in
ausgedruckter Form vom Ausweis bis zu den Konto-Geheimzahlen
eine nahezu indifferente, dabei aber uns auch prägende Größe
darstellt, wird durch seine Überarbeitungen mit individuellen
Chiffren verändert und damit neu bewertet. Diese
Veränderungen, ob bei Zahlen oder Streifenrastern, wecken die
Neugier des Betrachters. Im Spannungsfeld von schematisierter
Reihung und persönlicher Bewertung sowie Akzentuierung durch
das Eingreifen des Künstlers entstehen Arbeiten, die den
individuellen künstlerischen Ansatz über die beliebige Masse
setzen.“
Hankes Anliegen ist es, unserer
Massengesellschaft seine individuellen künstlerischen Akzente
entgegenzusetzen. Seine Werke haben keine Titel. Sie sind oft
auf Karton aufgebracht und werden durch mattes Plexiglas
überlagert. Die Computerdrucke sind durch eine sparsam
verwandte Farbigkeit von Schwarz und Rot gekennzeichnet. Die
Reduktion auf zeichenhafte Elemente sind ein weiteres Merkmal
seiner Bilder und Objekte.
Dr. von Knorre: „Gerade die in ihrer Strenge
aufgebauten Arbeiten ermöglichen je nach Standort verschiedene
Deutungen. Dies ist allein schon durch das
Licht-Schatten-Spiel bei den räumlichen Reliefwerken gegeben.
Dadurch wird deutlich, dass von ein und demselben Objekt
unterschiedliche Wahrnehmungen ausgehen können. Damit wird die
Eindeutigkeit von Objekten infrage gestellt und nachgewiesen,
dass es verschiedene, sich nicht widersprechende Aussagen vom
Wahrheit an einem Objekt geben kann.“
An der Museumskasse ist nicht nur ein
aufwendig und durchgängig farbig gestalteter Katalog für 12
Euro erhältlich, sondern auch eine stark limitierte
Sonderedition. Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer
des Emschertalmuseums Herne erhalten diese Edition zu einem
ermäßigten Preis.
Herner Feuilleton, den 9. März
2005

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